Juttas Weltreise - Thailand

Home

Hier der aktuelle Bericht von Jutta aus Thailand.


Click für große Karte


Bangkok: 27.-30.06.2000 

Flug Frankfurt nach Bangkok - als erstes bin ich up-gegradet worden und konnte ziemlich fett den kompletten Service der Business-Class von Qantas genießen - mit allem, was dazu gehört. Nach 10 Stunden bin ich dann nachmittags in Bangkok (BKK) gelandet - mit momentan 5 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. 

Mein erster Eindruck - als ich aus dem Flughafengebäude herauskam: Es fühlt sich hier an wie in der Sauna! Unglaublich: BKK hat tatsächlich eine Luftfeuchtigkeit von 95%!!

Dann hats Ewigkeiten gedauert, um in die Stadt zu kommen: für die 20 km haben wir knapp 4 Stunden gebraucht - das war schon mal das erste Anzeichen vom Verkehrschaos in dieser Millionenstadt. Im Vergleich zu BKKs rush-hour ist Münchens Verkehrschaos ein Kindergarten!!

Dann hab ich die Suche nach einem Guesthouse (GH) gestartet - mit 16 Kilo Gepäck auf dem Rücken und den Temperaturen hier kein Zuckerschlecken. Hab was nettes gefunden, für ca. 20 DM fürstlich genächtigt und am nächsten morgen gleich umgezogen - um mein Budget nicht zu sehr zu strapazieren! 

Das GH lag in einer Parallelstrasse zur Kaosan Road, BKKs Backpackeradresse Nr. 1. Überall gibts Internetcafes, internationale Traveller - teilweise ziemlich fertig mit der Welt, sehr günstige Gegend, Straßenmärkte und Fakes sämtlicher Markenwaren, die man sich nur vorstellen kann. Und überall, wo man in dieser Gegend die Nase reinsteckt, riechts nach Essen - oder nach Hasch!!! 

Bin mit einem der berüchtigten Tuk Tuks (= Motorroller mit Sitzbank hinten) auf Erkundungstour gestartet - dieses Verkehrsmittel birgt aufgrund des dichten Verkehrs absolutes Gesundheitsrisiko. Das konnte mich aber nicht davon abhalten, es trotzdem zu testen. Bin 3 Stunden für 1 DM unterwegs gewesen und habe Tempel in jeder erdenklichen Form gesehen. Nun ist mein Bedarf an Tempeln und Buddahs in jeder erdenklichen Form (liegend, sitzend, stehend, glückliche...) für die nächsten 2 Tage gedeckt...

Abends war ich mit 2 Deutschen nett thailändisch essen - gut und billig Essen kann man hier wirklich an jeder Ecke. Leider sind die Bekanntschaften hier in der Regel nur von kurzer Dauer, da bislang kaum jemand ähnliche Reisepläne hatte wie ich.

 

Bin über Märkte geschlendert, hab mich von ein paar Backpackern in die Kunst des Meditierens einweisen lassen, durch die Stadt geschlendert und mich vom größten Palast Thailands dem Wat Phra Keo (Grand Palace) in seinen Bann ziehen lassen. Die Tempelanlagen sind so beruhigend - trotz der vielen Touristen. Das ist einfach unglaublich! 

 

 

 

 


Chiang Mai: 1.- 9.07.2000  

Mit mit einem Longtailboot über die Klongs geschippert - ein großer Teil des Verkehrs bewegt sich immer noch auf diesen Wasserwegen, hab schwimmende Märkte besucht... das ist alles so ganz anders als in Europa. 

Bin dann über Nacht mit dem Zug in Richtung Norden gezogen, nach Chiang Mai. Diese Stadt wird auch Königreich der Millionen Reisfelder genannt, oder auch Rose des Nordens. 700 km in 14 Stunden - für 20 DM. Das ist ein echter Spaß hier. Hab die traumhafte Landschaft genossen und war froh, dass ich meinen Discman mitgeschleppt hab. Im Zug hab ich Lane kennen gelernt, eine sehr nette Französin, mit der ich nun die nächsten drei Tage verbringen werde.

 

Wir sind nun in Chiang Mai. Lane und ich teilen uns ein Zimmer und haben gerade einen großen Teil der Stadt mit dem Fahrrad erkundet. Gestern nacht haben wir uns das Endspiel der EM angesehen - weil sie doch aus Frankreich ist - und sie konnte sich nach dem Sieg kaum beruhigen.... 

Bekannt ist diese Stadt für ihren Nachtmarkt, den wir uns heute Abend ansehen werden. Außerdem ist die Landschaft hier unglaublich: Es ist gerade Regenzeit (jeden 2. Abend regnet es für ca. 1/2 bis 1 Stunde) - dafür ist alles irre grün und leuchtet ungemein.

Morgen werden wir zu einem Elefantencamp losziehen und ich werde zum ersten mal in meinem Leben auf einem solchen Naturwunder sitzen (hoffentlich!!!) 

Fazit zu Bangkok: Eine Stadt, einer Sauna ähnlich, die nie schläft, an der Luftverschmutzung fast selbst erstickt, nettes internationales, offenes Publikum, sehr freundliche Thais, die dir jederzeit und bei allem helfen wollen, ohne Ende Mücken - dafür hab ich noch nicht eine einzige Kakalake gesehen - aber das wird wohl noch früh genug auf mich zukommen!! 

So, von wilden Parties und Sexorgien kann ich noch nicht berichten - wir werden sehen, ob ich auch so etwas erleben werde. Ich schick Dir weitere Infos, sobald hier was passiert - momentan genieße ich einfach, weg aus Deutschland zu sein und mir um nichts einen Kopf machen zu müssen.

Chiang Mai ist im Vergleich zu Bangkok die wahre Erholung - hier gibt’s Erholung pur, Stress scheint ein Fremdwort zu sein. Hier im Norden gibt’s ziemlich viel zu sehen, die Nordprovinzen gehören wohl zu den faszinierendsten Regionen des Landes: Hier gibt es abwechslungsreiche Landschaft, die höchsten Berge Thailands, überwältigende Wasserfälle und Reisfelder, soweit das Auge reicht. Berühmt ist der Norden auch für die vielen Völker, die hier noch - ziemlich weit weg von jeglicher Zivilisation - ihr nahezu ursprüngliches Leben leben.

Und dann sind da noch die Trecks, über die man hier entweder auf eigene Faust oder in organisierten Touren (mehr oder weniger touristisch - wie man's eben mag) Land und Leute besser kennenlernen kann.

Chiang Mai ist Thailands zweitgrößte Stadt - hier wimmelt es nur so von uralten, sehr faszinierenden Tempelanlagen. Die orange gekleideten Mönche und Novizen ziehen dich sofort in ihren Bann und du fühlst dich, als wärst Du in einer anderen Welt!!

Außerdem ist Chiang Mai bekannt für seinen Nightmarket, der der größte in ganz Thailand sein soll. Dort wird gefeilscht, was das Zeug hält... und natürlich konnte auch ich bei diesen Preisen nicht widerstehen.

Der große Renner sind hier übrigens auch Kochkurse und Kurse für thailändische Massagepraktiken. Leider hat für beides das notwendige Kleingeld gefehlt, obwohl dies im Hinblick auf unsere nächsten Stationen sicherlich eine lohnenswerte Investition gewesen wäre (Ich hätte dann mit Massage und thailändischem. Essen meine Reisekasse ein wenig aufbessern können... zu spät.)

Absoluter Höhepunkt meines Aufenthaltes hier oben war eine 3-Tages-Trekkingtour. Aufgrund starker Regenfälle musste der Trek zunächst um einen Tag verschoben werden - aber dann kams dicke:

1. Tag:

Um das Land in seiner Ursprünglichkeit kennenlernen zu können, mussten wir zunächst eine ziemlich weite Fahrt mit dem Pickup in Kauf nehmen, um fernab von all den touristischen Veranstaltungen zu sein.

Endlich angekommen starteten wir die erste "Wanderung" über malerische Reisfelder, wie ich sie bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Aufgrund der Regenzeit, die hier gerade herrscht, sind die Farben unbeschreiblich intensiv und alles ist verdammt stark anzusehen.

Wir haben Höhlen besichtigt (und sogar Fledermäuse gesehen!) und sind den letzten Teil des Weges zum Dorf, in dem wir übernachten wollten, auf Elefanten geritten. Eine klasse Erfahrung. Der Ritt war übrigens weniger komfortabel, als ich mir das vorgestellt hab - außerdem stoppen die Riesensäuger so ziemlich an jedem dritten Bambusstrauch (oder -baum??), und davon gibt's hier oben nun wirklich jede Menge!!!

Übernachtet haben wir in einem Haus von Einheimischen. Haben mit ihnen gemeinsam gekocht, selbstgebrannten Reiswein getrunken und Geschichten erzählt...

2. Tag:

Sind wieder gewandert (ca. 6 Stunden) - und zwar ganz ordentlich! Mit nem Spaziergang sind die Trecks hier nicht zu vergleichen, das ewige Auf und Ab durch den stickigen Dschungel ist ganz schön anstrengend. Außerdem mussten wir die ganze Zeit auf Blutegel aufpassen, von denen es jede Menge gab.

Haben uns dann am Abend in einem Camp in der Nähe eines Flusses unser Lager aufgeschlagen, am Lagerfeuer gesessen und Geschichten erzählt, faustgroße Spinnen bekämpft...

3. Tag:

Sind den Fluss auf einem Bambusboot langgeschippert. Zum Glück hatte es geregnet - der Fluss hatte ordentlich Wasser und das machte das Floßfahren ein wenig einfacher. War ne ganz schön lustige Sache. Fazit: Alles nass, ein Mann über Board, sonst keine Abgänge!!

Um ehrlich zu sein war ich froh, als wir dann am späten Abend wieder im Hostel ankamen. Die Tour hat mich ganz schön geschlaucht und ich hab mich nur noch nach ner Dusche und meinem Bett gesehnt!

Aber trotzdem war der Trip ein absolut tolles Erlebnis mit zahlreichen unbeschreiblichen Eindrücken. Ich hatte sehr viel Glück mit der Truppe - ein bunter Mix aus verdammt netten Leuten aus Deutschland, Österreich und Australien (hab viele Tipps von ihnen für dort bekommen!!)

Und da sie das hier mit Sicherheit lesen werden, schicke ich nochmal ganz liebe Grüße von hier und einen dicken Kuss an Sibylle, Ann-Kathrin, Daniel, Siggi, Christian, Susanne, Marion, Shawn und Naomi!!!!

 


Ko Pha Ngan 11.-16.2000

Wow!! Bin nach einem Zug-Bus-Fähre-Marathon von ca. 40 Stunden in einem Paradies gelandet! Ich hab mich - aufgrund vieler vertrauenswürdiger Tipps - direkt in den Nordosten der Insel (Thongnaipan) fahren lassen. Allein diese Jeepfahrt mit 10 anderen Travellern war schon ein Abenteuer für sich: So stell ich mir die Camel Trophy vor! (Hier gibts nämlich fast nur unbefestigte Strassen über ziemlich unwegsames Gelände - haben uns gleich zweimal festgefahren und mussten auf den nächsten Jeep warten, der uns aus dem Schlamm rausgezogen hat.)

Und in diesem kleinen Paradies gibts wirklich alles, was man im Urlaub braucht: verdammt nette Leute. Hab ne tolle Gruppe Australier, Neusseeländer und Engländer kennen gelernt; sind z.T. ein bisschen gestört, aber was solls! Und nen Münchener Taxifahrer, der mich jederzeit für lau durch München fahren wird, wenn ich wieder zurück bin. Und nen Handy-Shop-Besitzer, über den ich wohl mein nächstes Telefon beziehen werde. Wer weiß, wofür es gut ist!! Sonne, Sand, Palmen, die bis ans Meer reichen, Bambushütten, Strandbars - nicht mehr und nicht weniger!!

Während tagsüber fast nur in der Sonne gefaulenzt wurde - mit Ausnahme von Schnorcheltripps und diverser Beachvolleyballturniere, die das Tagesprogramm erheblich mitbestimmt haben - gings abends ziemlich rund: Sind von einer Strandbar zur nächsten gezogen, um letztendlich zu späterer Stunde regelmässig mit der Gitarre am Strand zu landen.

Mit diesen Nächten hab ich auf jeden Fall sämtliche "Partymängel" der ersten beiden Wochen wieder wettgemacht. - Hier könnte man meinen, Drogenkonsum wäre legal....

Partyhöhepunkt war jedoch ganz klar eine der berähmten Full-Moon-Parties: Der komplette Strand hat 2 Tage und 2 Nächte durchgefeiert. Überall wurden Bars aus dem Boden gestampft und es gab für jeden Musikgeschmack das Richtige! Und außerdem Tausende von Leuten, von denen der Grossteil von den umliegenden Inseln stammte und extra für die Party rübergeschippert sind... unglaublich!! Und ich hab sogar ein paar Leute wiedergetroffen, die ich in meinen ersten beiden Thailand-Stationen kennen gelernt habe - sehr cool! Mehr zur Insel findet ihr im Netz.

Bin gespannt, was noch so alles auf mich wartet! Ich bin schon jetzt von den vielen, so unterschiedlichen Eindrücken total begeistert. Will eigentlich gar nicht hier weg - aber trotzdem kann ich es kaum erwarten, endlich meinen Tauchkurs auf Ko Tao zu beginnen. Mit 2 Neuseeländern, einem Amerikaner und 2 Engländern warte ich gerade auf die Fähre nach Ko Tao - einer kleinen Insel nördlich von Ko Pha Ngan mit 550 Einwohnern(!).

... Freu mich irre drauf!!!


Ko Tao: 16.-28.07.2000

[webmaster: die beiden Bilder von Jutta beim tauchen gibts auch in groß: einfach draufklicken!]

Eigentlich bin ich nur mit einem Ziel auf diese kleine, felsige, nördlich von Ko Pha Ngan und Ko Samui - den weitaus bekannteren Inseln im Golf von Thailand - gefahren: ENDLICH TAUCHEN LERNEN!!!

Und ich sollte absolut überrascht werden, wieviel mehr - außer Scuba Diving - diese verträumte Insel mit diesen ruhigen, einsamen Stränden doch zu bieten hat!!

"Ko Tao" bedeutet Schildkröteninsel - und von denen gibts hier - neben Delphinen und Haien - jede Menge. Dazu später mehr!

Gleich am 1. Tag haben wir (Scott, Liv, Tracy, Adam, Simon und ich) uns auf die Auswahl unserer Tauchschule gestürzt. Denn von denen gibts hier unzählige. Angebot und Preise sind nahezu identisch - soviel konnten wir also nicht falsch machen! Nach vier Tagen (intensiven!!) theoretischen und dem weitaus spannenderen praktischen Stunden können wir uns nun alle PADI OPEN WATER DIVER nennen.

Es ist wirklich atemberaubend, wie schillernd, farbenprächtig, reich an Lebewesen und Korallenriffen das Meer hier ist. (Wusstet ihr, dass Korallen Tiere - und keine Fische sind??) Schwärme von Baracudas, Tigerfischen, Drückerfischen, Schwertfischen und wie sie alle heißen haben wir gleich beim ersten Tauchgang bewundern können. Und das alles wurde bei den folgenden Tauchgängen noch viel, viel besser. Denn mit steigender Taucherfahrung wird man viel offener und aufmerksamer für das ganze Leben in fast 40m Tiefe, weil man sich weniger aufs Atmen und die Ausrüstung konzentriert. Unsere Lehrer Mario, ein Deutscher, der mir bei kleineren und größeren Sprachproblemen - der Kurs war in englisch - vorbildlich zur Seite stand und Belinda waren fantastisch und haben ihren Job - bei Tag und bei Nacht - echt gut gemacht.

So gut, dass ich mich gleich nach bestandenem Test für den Advanced Cours angemeldet habe.

Teil diese Fortgeschrittenenkurses war ein Nachttauchgang - und der war spannender als Blair Witch Project, dass könnt ihr mir wohl glauben!! Sind durch Höhlen getaucht und ich hab Delphine und Walhaie (die größten Fische der Erde!!) gesehen! Und all die anderen Fische, die ich sonst nur aus dem Aquarium kenn - einfach atemberaubend! Am geilsten war allerdings, als wir knapp unter 40m in diesen Tiefenrausch gefallen sind. Du fängst grundlos an zu lachen und fühlst Dich total high, nur aufgrund des veränderten Sauerstoff-Stickstoff-Verhältnisses in Deinem Körper. WOW!!!. Und wenn Du ein paar Meter auftauchst, verfliegt diese Gefühl wieder ganz von alleine – ohne bleibende Schäden!!

Und jetzt kann ich mich also "ADVANCED DIVER" nennen und werde wohl in Australien (Great Barrier Reef) mit dem Tauchen weitermachen, dass steht fest!!

Nun ja, wenn wir mal nicht im Wasser unterwegs waren, sind wir mit Motorrädern in der Gegend rumgefahren und haben nach noch einsameren Stränden Ausschau gehalten, (danke Bodo für den grandiosen Tipp Diamond Beach, Ao Tanote), geschnorchelt, und in tiefen, von traumhaft schönen runden Felsen eingerahmten Buchten relaxed.

Erlittene Verluste bei diesen Touren: Einen weiteren gebrochenen Arm, zahlreiche Schürfwunden von Motorradstürzen, tiefe Schnittwunde vom Versuch, ne Kokosnuss zu öffnen und ein verstauchtes Bein beim Sturz vom Balkon zum Auffangen eines Korkenziehern zum öffnen der 8. Weinflasche nach bestandener Tauchprüfung. Ich Blondine bin als einzige von all dem verschont geblieben!!

Abends sind wir durch die wenigen - aber trotzdem sehr guten – Bars gezogen. Wer allerdings nur feiern will, ist hier definitiv auf der falschen Insel! Sie ist stattdessen ein absolutes Muss für Taucher, Schnorchler, Romantiker, Bambushüttenfetischisten, Kokospalmenliebhaber und Hängematten-an-im-Schatten-stehender-Palmen-Fanatiker!! Mehr zur Insel gibts unter http://www.kohtao.com und http://www.amazingkohtao.com

Morgen starte ich weiter nach Krabi - zurück aufs Festland. Leider bedeutet das auch, dass ich mich von den anderen fünf verabschieden muss, mit denen ich verdammt viel Spaß und eine richtig gute Zeit hatte. Sie reisen weiter nach Vietnam - aber wenn alles gut geht, sehe ich sie in Australien und Neuseeland wieder! (Hey Anna - hab schon mal ne anständige Unterkunft in Auckland klargemacht: Scotts Eltern haben dort ein Ferienhaus...)

Krabi und Umgebung: 27.07.-01.08.2000

Schlimm genug, dass ich Ko Tao verlassen musste - aber am schlimmsten war der Weg, wie dieser Abschied von statten ging:

Um ein paar Baht zu sparen habe ich entschieden, die "Nachtfähre" zurück aufs thailändische Festland zu nehmen - die Fehlentscheidung der letzten 27 Jahre meines Lebens!! Unbeschreiblicher Seegang, sturmähnliche Verhältnisse und wir lagen zusammen gefercht auf einem kleinen, undichten Deck eines Schiffs, das einer mittelalterlichen Nussschale glich und auf dem es nur so von Kakalaken wimmelte!

Also an dieser Stelle ein gutgemeinter Rat an alle, die jemals von Ko Tao nach Surrat Thani übersetzen wollen: Die 150 Baht mehr für das Expressboot am Tag sind eine absolut lohnenswerte Investition!

Aber wenigstens haben wir diesen Horror halbwegs überlebt.

Glücklicherweise haben Scott und Tracy ihre Pläne kurzfristig geändert und sich mir angeschlossen. Somit hatte ich zwei Weggefährten, mit denen ich dieses Schicksal teilen konnte...

Zusammen sind wir also nach Krabi gestartet. Diese Gegend an der Südwestküste Thailands ist berühmt: nicht nur für die Strände und Inseln, sondern ebenso für die einzigartigen Felstürme, Höhlen und Wasserfälle. Die Steinformationen stürzen hier Hunderte von Metern direkt ins Meer und bilden ein Sammelsurium von kleineren und größeren Inseln und Halbinseln mit versteckten weißen Sandstränden.

Zwei Tage haben wir am Rai Leh Beach verbracht - einer kleinen Bucht westlich von Krabi, in der man fantastisch klettern kann! 2500 Routen sind hier in den teilweise vom Dschungel bewachsenen Kalksteinwänden beschrieben und gebohrt - das konnte ich mir nicht entgehen lassen! Hab mir mit zwei Franzosen Ausrüstungen geliehen und einen Tag lang in der Wand geklebt! (Was mich unweigerlich an meinen letzten Tarifa-Urlaub erinnert hat.... deswegen an dieser Stelle ganz liebe Grüße an Meike, Stefan, Jochen und Kai!). Ich war noch erstaunlich gut in Form und hab sogar ne 9er Route geschafft - aber ich glaube, das war wohl eher der französische und nicht der deutsche Schwierigkeitsgrad!

Danach ging es weiter auf den Spuren Leonardo Di Caprios nach Ko Phi Phi, der Insel, auf der "The Beach" gedreht wurde. Ko Phi Phi ist eine Insel, deren Bilder Südseeträume wecken: Zwei Kalksteinmassive - Dschungel auf der einen und Kokospalmen auf der anderen Seite. Verbunden werden beide von einer flachen Landzunge mit weißen Sandstränden. Sehr schön anzusehen – aber wenn ich ehrlich bin ist Ko Phi Phi nichts anderes als die Inseln, die ich bereits hier unten gesehen hab. Trotzdem war es schön, den Schauplatz des Films "in Echt" zu sehen - und wie sollte es anders sein, hatte er kaum Ähnlichkeit mit dem, was ich aus dem Kino kannte. Aber was solls. Zum Schnorcheln ist es allemal ein nettes Fleckchen Erde!

So, und das war nun meine letzte thailändische Insel - auf gehts weiter nach Malaysia!

Mein Fazit zu 5 Wochen Thailand:

Ein atemberaubendes Land, das sich wirklich nicht treffender beschreiben lässt als "Amazing Thailand". Die Kontraste zwischen Norden und Süden bieten für jeden Traveller etwas - eben genau das, was er sucht: ob Kultur, Getümmel einer Großstadt, pure Wildnis, Einsamkeit, relaxtes Strandleben oder Party.

Mein absoluter Favorit ist Ko Tao - aber alle anderen Stationen waren auf alle Fälle auch absolut sehenswert!

[Webmaster: So! Soweit zu Thailand!! Weiter gehts nach Malaysia!!]

zuletzt aktualisiert am 21.10.02 - Kontakt: info@wave-combo.de