Juttas Weltreise - Argentinien

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Hier sind die aktuellen Berichte von Jutta und Anna aus Argentinien (dem letzten Kontinent ihrer Reise).

Viel Spaß!!

 

 

 


Argentinien:

Argentinien - ein Land gepflastert mit allen erdenklichen Lebensräumen:
Tropische Regenwälder und atemberaubende Wasserfälle im Nordosten, Kakteenwüsten im Nordwesten, blaugleissende Gletscherfelder im südlichen Patagonien, ein von Flüssen und traumhaften Seen zerklüftetes Hochland der Anden im westlichen Patagonien, unglaubliche Weiten der Pampa im Landesinneren, das Ende der Welt auf Feuerland und eine mitreißende, vom Tango bestimmte Hauptstadt am Rio de la Plata, dem breitesten Fluss der Welt - welches andere Land kann diese Vielfalt toppen?

 


Buenos Aires:

Buenos Aires - wörtlich übersetzt bedeutet dies "Gute Winde" - sollte für Anna und mich zur Basisstation unseres Argentinientrips werden - ein perfekter Plan!! Von hier aus sind wir unsere im Durchschnitt 24h-und-mehr-Trips zu den einzelnen "Highlights" des Landes in sämtliche Himmelsrichtungen gestartet und haben uns zum Verschnaufen und ordentlich Feiern immer wieder bei Lumpi, einem sehr guten Freund von Anna, eingezeckt. Seine WG liegt in San Telmo - zentraler geht´s kaum - einst vornehme Wohngegend, jetzt ein romantischer Stadtteil mit netten Gässchen und atmosphärischen Antiquitätenmärkten.

Diese Stadt voller Gegensätze hat uns von Anfang an in ihren Bann gezogen. Das Straßenbild wird geprägt von einer architektonischen Mixtur aus Stadtpalästen, Bürohochhäusern und Wellblechhütten, Palmen, Schuhputzern, Straßenmusikanten... eine eigentlich sehr angenehme und lebenslustige Stadt, wenn man die Armut, die hier wie in jedem anderen südamerikanischen Land herrscht, einmal kurz (aber nicht ignorant) außer Acht lässt.

Unser Programm in BA war vom ersten Tag an gepflastert mit Aktionen wie dem Besuch der traumhaft schönen Oper Theatre Colon, die zu den fünf besten Opernhäusern der Welt zählt, asados (eine Art Barbecue, gegrillt wird neben gutem argentinischem Fleisch auch Gurgel, Niere, Blutwurst - besser ist
wohl, man denkt nicht darüber nach... - als Vegetarier hätte man hier übrigens auch nicht wirklich viele Chancen), das italienisch angehauchte La Boca, Ricoletta, Tango am Tag und in der Nacht, Madonnas "Dont cry for me Argentina´" und Abbilder von Evita, zappeln, bis die Sonne über der Stadt aufgeht und mit Hotdog und Eis den neuen Tag begrüßt, den Schönen und Reichen Sonntags beim Polospiel zugeschaut, uns in der WG mit Daiquiries die Lichter ausgeschossen...
An den Tagesablauf der Argentinier mussten wir uns allerdings erst gewöhnen: Alles fängt hier viel später an, mit dem Abendessen startet man um 23 Uhr und diverse Party- und Tanzflächen betritt man in der Regel nicht vor 2 Uhr in der Nacht. Hinter das Geheimnis, wie die Argentinos dieses Leben durchhalten, bin ich bis jetzt leider nicht gestiegen - wahrscheinlich haben die´s einfach im Blut!!

 


Die Wasserfälle von Iguazu:

Von BA aus ging unser erster Trip zu den berühmten Wasserfällen in Port Iguazu. IGUAZU ist bedeutet "Grosse Wasser" - Wasser aus 30 brasilianischen
und argentinischen Flüssen fließt hier zusammen und stürzt in - ungelogen - 275 Wasserfällen gen Erde; die Hauptwasserfälle sind um 20 m höher als die Niagarafälle!!! An manchen Stellen sieht man vor lauter herabstürzendem Wasser nur Nebel, in den die Sonne unglaublich farbintensive Regenbogen projeziert - ein atemberaubendes Schauspiel!! Und damit nicht genug: Um die Wasserfälle herum beeindrucken ein Meer von Orchideen, Palmen, Tausenden von Schmetterlingen, Kolibries und Papageien wie in einem kleinem abgeschlossenen Paradies.

Mit dem Jetboot haben wir das Naturwunder dann auch aus allernächster Nähe erlebt. Wir fühlten uns als säßen wir im schlimmsten wolkenlosen Regensturm unseres Lebens (waren bereits nach 2 Minuten nass bis auf die Haut) und der Donner, den die herabstürzenden Wassermassen erzeugten, hätte beinahe unser Trommelfell zum Platzen gebracht. Ein überwältigendes Erlebnis!!

Die Wasserfälle trennen Argentinien und Brasilien - und da ich unbedingt auch noch diesen Stempel in Petras Pass unterbringen wollte, sind wir für einen weitern Tag ins Land des Karnevals übergesetzt. Hier ist alles viel viel billiger als in Argentinien - und wir sahen es als durchaus gelungene Investition, unser komplettes Tagesgeld in "All you can eat" für 1$ und Caipirinhas zu stecken!!

 


Feuerland - el fin del mundo

Nach kurzer wein- und asado-reichen Stippvisite in BA sind wir zum Ende der Welt aufgebrochen: Feuerland. Dieses Fleckchen Erde teilt sich Argentinien mit Chile und beherbergt Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, in der im Sommer ganze 20 Stunden pro Tag die Sonne scheint!! Weiter südlich gibts nur noch den weißen Kontinent Antarktis - und der liegt schlappe 1000km von hier entfernt! (Im "Museum at the end of the world" bekommt man sogar einen offiziellen Stempel vom FIN DEL MUNDO in den Pass... strange, oder??)

Mit einem Katamaran sind wir durch den Beagle-Channel geschippert (an Wind mangelts hier beim besten Willen nicht!!), in dem sich unzählige Pinguin- und Seelöwenkolonien Gute Nacht sagen - vorbei an Schiffen, die EXPEDITION ANTARKTIS zum Ziel hatten! Bilder wie diese sorgen am Ende der Welt für eine einzigartige Stimmung, die sich mit Worten nicht beschreiben lässt - aber bei mir eine Mischung aus Beklemmung und Abenteuerlust hervorgerufen hat...
Gut, dass die Tickets der Schiffe zur Antarktis sooooo teuer waren, sonst hätte mich vielleicht doch noch das Fernweh gepackt...

 


Gletscher Perito Moreno

Vom Ende der Welt gings dann wieder gen Norden (wohin auch sonst??) nach El Calafate. Die Gegend um dieses kleine Örtchen ist traumhaft:

Gepflastert mit Comodoren (den Vögeln mit der grössten Spannweite der Welt), Flamingos, Gänsen, Gauchos... doch das allein macht´s hier noch nicht berühmt - diesen Part übernehmen die zahlreichen Gletscher - allen voran Perito Moreno und Upsala. Perito Moreno ist einer der ganz wenigen Gletscher dieser Erde, die sich nach wie vor im Wachstum befinden (der Profi nennt das "kalben"). Das Eis schlängelt sich als weißer Teppich 14 km lang durch imposante Gebirgsketten, bevor es im Lago Argentino eins mit dem Wasser wird. Ohrenbetäubende Schläge zerstören die so friedliche Ruhe an diesem einzigartigen Ort, wenn Eisbrocken dieses Jahrtausende alten Gletschers abbrechen und in den See stürzen. Es ist so spannend mitanzusehen - und sein erstes Arbeitslosengeld darauf zu verwetten - welche Spitze als nächste fällt!! Die heruntergestürzten Eisstücke treiben dann langsam über Argentiniens grössten See - und bizarr ist dabei vor allem, dass man noch 30 km vom Gletscher entfernt derartige Eisblöcke wie Eisberge aus der Wasseröberfläche ragen sieht, bevor sie letzten Endes dann doch schmelzen und eins mit dem Wasser werden.

 


Bariloche und Campo Lemu Cuyen:

Immer noch nicht müde von tagelangen Busfahrten gings nun vom Gletscher in die "argentinische Schweiz" BARILOCHE.

Bariloche liegt in Patagonien, im Westen Argentiniens zu Füssen der schneebedeckten Anden und in unmittelbarer Nähe zur chilenischen Grenze. Seinen Spitznamen hat Bariloche, weil es dort nur so wimmelt von kleinen süssen Chalets, schneebedeckten Bergkuppen, Skiliften, Serpentinen, eiskalten und glasklaren Seen und nichtendenwollenden Ginsterfeldern. (Nicht zu vergessen sei dabei die Schokoladenindustrie, für die Patagonien natürlich ebenfalls berühmt - und bei den Mädels berüchtigt - ist.) Hier haben wir für 3 Tage Stop bei Annas Bekannten gemacht, reine Bergluft genossen, mal wieder Sessellift gefahren (um uns auch ein bisschen auf die anstehende Freizeitbeschäftigung in D zu gewöhnen  - nicht zu vergessen, dass wir als Arbeitslose im Winter verdammt viel Zeit für solche Späße haben werden...) und einfach mal viel Nichts getan.

Und dann trafen auch endlich die sehnsüchtig erwarteten Mädels aus München ein, mit denen es gemeinsam zum Reiten aufs Campo gehen sollte. Das Campo Lemu Cuyen gehört - anders kann es wohl nicht sein - mal wieder Annas Bekannten, misst satte 5200 Hektar, macht in "Holz" und beherbergt nebenbei 30 Pferde, die wohl eher weniger darauf gewartet haben, von vier absolut unbegabten Reiterinnen in den Wahnsinn getrieben zu werden... Zum Glück hatten sie kein Stimmrecht!!

Anna, Gritl, Anke und ich haben es uns auf dieser Estancia auf jeden Fall sehr gutgehen lassen, haben von dort aus die Anden hoch zu Ross bezwungen (inkl. zweier Abwürfe, die glücklicherweise ohne große Verluste ausgingen), viel argentinisches Fleisch und Rotwein genossen, uns als Anglerinnen versucht (mit mäßigem Erfolg), Gautchos bei der Arbeit zugeschaut und bei Kerzenschein bis spät in die Nacht den abenteuerlichen und absolut unterhaltsamen Geschichten des Gutsherren gelauscht...

Diese Eindrücke ins argentinische Farmleben und die Einkehr in ein Leben ohne großen Luxus (Strom gabs immer nur bis 23 Uhr - danach mussten Kerzen und der Schein des Kaminfeuers ausreichen...) werden wir so schnell wohl nicht vergessen können - wie vielfältig ist doch dieses Land??

[Webmaster: So! Soweit zu Argentinien!! Weiter gehts nach ???..... am 16.12.2000 nach Hause und von da .....??]

zuletzt aktualisiert am 21.10.02 - Kontakt: info@wave-combo.de